Von Catches und Exoten

Von Catches und Exoten

Bekanntlich gibt es im Cricket zehn Möglichkeiten, wie ein Batsman ausscheiden kann (oder elf, wenn man Aufgeben ohne besonderen Grund mitrechnen will). Von diesen kommen einige praktisch in jedem Spiel (mehrfach) vor, andere sind nur als wahre Exoten zu bezeichnen.

Beispielweise sind in allen hochklassigen internationalen Spielen seit 2005, dem Jahr des ersten Twenty20-International-Matches, die fünf häufigsten Dismissal-Arten für 99,9% aller Fälle verantwortlich. Der klare Gewinner ist dabei „Caught“, nicht umsonst heißt es „catches win matches“.

Die Anteil dieser Ausscheidensarten verteilt sich wie folgt (Stand 12.1.14; Tests: 12042 Dismissals, One-Day Internationals: 17991, Twenty20 Internationals: 4443):

Rendered by QuickLaTeX.com

Aufgrund der offensiveren Spielweise der Batsmen in den beiden kürzeren Spielformen ist es nicht überraschend, dass dort der Anteil der LBWs abnimmt, der Bowled-Anteil und insbesondere der von Run Out und Stumped dagegen stark zunimmt. Auch führen im Test-Cricket nur 0,18% aller Run-Versuche zu einem Wicket (Run Out), bei ODIs und T20Is sind es 0,55% bzw. 0,9%. Die Batsmen gehen also sowohl beim Schlagen als auch beim Erlaufen von Runs jeweils ein deutlich höheres Risiko ein.

Unabhängig von dieser Verschiebung der Gewichte zwischen den Ausscheidensarten steigt die Wahrscheinlichkeit für jede einzelne davon aber in der jeweils kürzeren Spielform deutlich an. Beispielsweise gibt es trotz des reduzierten Anteils 4,2 LBWs pro 1000 Bälle in Twenty20-Internationals, gegenüber 2,7 in Test-Matches. Insgesamt führen im Test-Cricket ca. 16 von 1000 Bällen zu einem Wicket, bei ODIs schon 28, bei T20Is sogar 57.

Auch unter den 0,1% Exoten gibt es einen klaren Gewinner: „Hit Wicket“ kommt zehn Mal so häufig vor wie „Obstructing the Field“, „Handled the Ball“, „Hit the ball Twice“ und „Timed Out“ zusammen.

 

Kommentare sind geschlossen.